Sowas wie ein Resume

Nun bin ich seit zwei Wochen wieder  in Deutschland;  habe mich soweit  sogar wieder eingelebt; Den Jet-Lag schnell überwunden, dann doch nicht.. Lebe zwischen den Tages- und Nacht-Zeiten, von denen ich tagsüber müde und abends meist wach bin.

Dennoch- es ist  zwölf Uhr nachts-  endet meine Reise nicht mit Ankommen am Flughafen in Auckland. Ein Fenster in meiner Seele wurde geöffnet und das drängt wieterhin neugierig danach, zu erfahren, zu lernen, sehen und davon zu berichten.  Zwar sind meine Bilder und Geschichten nun nicht länger aus einem Land, das manche von uns noch nicht betreten haben, dennoch habe ich mir vor genommen, mein eigenes Heimatland und die Menschen hier und um mich herum, mit der selben  liebevollen Zuwendung zu beobachten, wie ich es in Neuseeland getan habe.

So mag sich möglicher weise außer mir niemand an den Bildern und den Erzählungen erfreuen, doch dann ist dann immernoch ein Geschenk an mich, wohl bekanntes mit den Augen eines neugierigen Touristen zu betrachten.

Zurück nach Auckland..

Ich verbrachte die letzten Stunden mit Souvenier-Einkaufen, ehe mich Tuba und Benjamin an den Flughafen brachten. Es war schön, die beiden dabei gehabt zu haben, da meine Aufregung, zurück zu fliegen zum Schluss doch etwas anwuchs.

Ich hatte einige Kilo Übergepäck (insgesamt ca. 50kg), doch konnte ich die übrigen Kilos in meinem, danach ca 12kg schweren Handgepäck verstauen. Nach dem Check-In jedoch war ich froh und glücklich, schrieb mein Handy-Guthaben mit Freunden leer, gab 15$ für eine Tafel Toblerone in Duty-Free aus und schaffte es dann doch noch als letzte in den Flieger.

Dort gab es nach dem Start eine leichtes Abendessen und der gute Merlot, den ich mir dazu bestellte, ließ mich tatsächlich acht Stunden Schlafen, bis wir kurz vor dem Frühstück und der anschließenden Landung in Los Angeles standen. Dort in die USA einchecken, zwei Stunden mit Crackern (das Gebäck), Softdrinks und Kaffee in einem chemikalisch kontaminierten Warteraum verbringen (Warnschilder: siehe Foto), den man nicht verlassen durfte, ehe ich wieder in den Flieger stieg- in Richtung London. What a Jet-Set-Life- I tell you..

Ich genoss das großartige Entertainment-Programm der Air-New Zealand-Company mit neuen und alten Filmen, Musik und Reportagen und viel zu schnell waren erneute 12 Stunden Flug vorüber, stets umrahmt von den Mahlzeiten, die ich durch die Desserts meines Sitznachbarn erweitern konnte, und weiteren Gläsern Merlot, die mich so angenehm entspannten.

Ich landete in Frankfurt am Mittwoch, den 17.März gegen halb fünf am Nachmittag, mein Gepäck lag ruck-zuck auf dem Fließband und der Weg zum Ausgang fast zu kurz, denn ich konnte kaum daran denken, dass ich nun wieder zu Hause war, als ich schon meine Familie und Freunde mit einer riesen-langen Regenbogen-Farne winken sah.. Was war das schön. Nach einem gemeinsamen Kaffe ging es langsam Richtung Heim und Bett, dass nach 40 Stunden Sitzen eine große Erleichterung war. Doch zuvor erwartete mich ein festlich dekoriertes Heim, Willkommens-Banner, übrig geblieben Weihnachts- und Geburtstags-Geschenke, so viel zu sehen und zu erzählen.. was für ein Tag!

Die nächsten Tage hatte ich eigentlich vor, mit Besuchs-Touren und diversen anderen Plänen zu füllen, jedoch stellte ich bald fest, dass ich mehr Ruhe brauchte, um vollkommen mit Geist und Seele anzukommen, als ich dachte. So verschanzte ich mich den Rest der Woche im Haus, ehe ich mich auf eine kleine Reise durch Marburg und das Rhein-Main- Gebiet machte.

Ich besuchte Freunde, arrangierte Termine, klärte Verträge – quasi die ganzen Vorbereitungen nun wieder rückwärts.. Ich packe in meinem Zimmer die Umzugskartons von A nach B und wieder zurück; Besuchte Familie, ging wandern, wieder mal  mit der Deutschen Bahn fahren (krass wie viel Leute in der Regional-Bahn weißes Pulver schniefen..) doch vor allem versuche ich zwischendurch, meine Balance wieder zu finden. Eine Balance, die so einfach vom Winde des Meeres und der Musik des Landes und ihren Mitmenschen getragen wurde.. Bald wird sie wieder in mir sein..

Es ist schön, all die lieben bekannten Gesichter nach so langer Zeit wieder zu sehen. Manche habe ich über 18 Monate nicht mehr getroffen. Manche lerne ich nun erst kennen, obwohl sie in meiner Abwesenheit fester Bestandteil des Freundeskreises geworden sind. Es ist jedoch anstrengend und schwierig für mich, in die hinterlassenen Muster zurück zu kehren, wo sich so viel an den Umständen und den Personen geändert hat. Natürlich kann man sich neue Muster schaffen, aber die setzen zunächst erst einmal ein vorzeitiges „zur Ruhe kommen“ in den Alten voraus Es ist schwierig, wieder deutsch zu sprechen, leicht zu vergessen, dass jedermann verstehen kann, was man sagt. Es ist so schwer, zu berichten- immer wieder dieselben Geschichten zu erzählen, die irgendwann ein bisschen stechen im Herzen, weil sie nun Teil der Vergangenheit und nicht länger einer lebendigen Realität sind. Das hat sich geändert: Ich komme zurück in ein altes System, in dem ich meinen eigenen Platz erst einmal wieder erstellen und finden muss.

Ich habe bereits eine wunderschöne WG gefunden, mit zwei netten Mitbewohnern, Balkon, Dielen-Fußboden,, voller Musiker und einer Hund-Gassi-geh-Option in einem sich in Renovierung befindlichen Fachwerkhaus in der Marburger Oberstadt und das auch noch günstig. Ich freue mich riesig, dort bald gemütlich einen Tag zu verleben. Mit Kissen, Decken, Tee und Nebengeräuschen aus den anderen Zimmern. Dann geht meine Arbeit wieder los, die Uni startet in wenigen Tagen und der Frühling kehrt Heim.

Ich bin wie der Frühling- fühl mich wie neu geboren.

Ich bin wieder da!!!

~ von Mari am April 3, 2010.

Eine Antwort to “Sowas wie ein Resume”

  1. hey mari,

    schoen zu hoeren das du gut in deutschland ankommen bist! genau das was dir gerade im moment widerfaehrt – davor habe ich auch angst – nicht mehr in alte muster zu passen….
    auf alle faelle ein unglaublich gut geschriebener blog-eintrag!

    lg klaus

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